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14.01.2012, 17:10 Uhr | Sebastian Wladarz, Wikipedia, Nobelkommittee Übersicht | Druckansicht
Runder Geburtstag eines Oberschlesischen Nobelpreisträges
Prof. Konrad Bloch, der den Fettstoffwechsel erforschte, wäre am 21. Januar 2012 100 Jahre alt geworden


Wenn man sich mit Cholesterin beschäftigen muss, und das tun nicht nur in Deutschland viele, ist oft der Fettstoffwechsel gestört. Man geht zum Arzt und bekommt oft Cholesterinsenker verschrieben. Wer denkt da schon an Oberschlesien? Ja, was hat das nun jetzt mit Oberschlesien zu tun? Nun, die Grundlagen für die heutigen Therapien hat ein Oberschlesier, Prof. Dr. Konrad Emil Bloch, erforscht und ist dafür 1964 zusammen mit Feodor Lynen mit dem Nobelpreis für Medizin oder Physiologie ausgezeichnet worden.

Bloch wurde am 21. Januar 1912 in Neisse, in der deutschen Provinz Oberschlesien, als Sohn von Fritz und Henna Bloch geboren. Er wuchs in einer bürgerlichen Familie auf. 1930 verliess er Neisse um an der Technischen Universität München Chemie zu studieren. Schon bald setze er seinen Schwerpunkt auf die organische Chemie.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste er aufgrund seiner jüdischen Abstammung Deutschland verlassen und kam zunächst beim Schweizerischen Forschungsinstitut in Davos unter, bevor es ihm dann 1936 möglich war, in die USA zu immigrieren.

Dort wurde er zunächst an der Columbia University promoviert (1938) und widmete sich als Professor der Forschung. Er blieb dort bis 1946. Sodann wechselte er nach Chicago, wo ihm eine Professur für Biochemie angeboten worden war. Von 1954 bis 1982 war Bloch dann als erster Inhaber des Lehrstuhls für Biochemie an der Harvard University in Cambridge tätig.

Den Höhepunkt seiner Forschungsarbeit markierte der Oberschlesier Konrad Bloch dann im Jahre 1964, als er, gemeinsam mit seinem Kollegen vom Max-Planck-Institut in München, Feodor Lynen, den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie erhielt. Bloch war es gelungen, den Vorgang zu identifizieren, bei dem im menschlichen Körper Fettsäure zu Cholesterin umgewandelt wird. Die beiden Wissenschaftler Bloch und Lynen betrieben ihre Forschung unabhängig voneinander und schafften damit die Grundlagen für Therapien gegen Kreislauferkrankungen und für cholesterinsenkende Medikamente.

Prof. Dr. Konrad Bloch ar Mitglied der American Chemical Society, National Academy of Sciences U. S., American Academy of Arts and Sciences, American Society of Biological Chemists, Harvey Society, American Philosophical Society, Ehrenmitglied der Lombardy Academy of Sciences, and a Senior Mitglied of the Australian Academy of Science. Er war Präsident der American Society of Biological Chemists (1967), Vorsitzender der Abteilung Biochemie, National Academy of Sciences (1966-1969), und Vorsitzender des National Committee for the International Union of Biochemistry (1968).

Darüber hinaus erhielt er folgende Ehrentitel und Auszeichnungen: Medaille der Société de Chimie Biologique (1958), Fritzsche Award (American Chemical Society, 1964), Centennial Science Award (University of Notre Dame, 1965), Cardano Medaille (Lombardy Academy of Sciences, 1965), Distinguished Service Award (University of Chicago School of Medicine, 1964), William Lloyd Evans Award (Ohio State University, 1968). Er war träger der Ehrendoktorwürde der Universitäten von Uruguay (1966), Brasilien (1966), Nancy (1966), Columbia University (1967), Technische Hochschule, München (1968), und der Brandeis University (1970).


Bloch verstarb am 15. Oktober 2000 in Burlington, Massachusetts. Er war seit 1941 mit Lore Teusch verheiratet, die er in München kennenlernte. Das Ehepaar hatte zwei Kinder.

 


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