Landsmannschaft der Oberschlesier ∙ Association of Upper Silesians  
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12.03.2009, 17:09 Uhr Übersicht | Drucken
Bergner: Sprachgemeinschaft in Oberschlesien erhalten!
Regierungsbeauftragter für einen Ausbau des Deutschunterrichts

Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium des Innern, Dr. Christoph Bergner MdB, hat in der letzten Woche die Landsmannschaft der Oberschlesier an ihrem Sitz in Ratingen Hösel besucht.


In einem mehrstündigen Gespräch, an dem neben der Spitze der Landsmannschaft auch der Direktor der Stiftung Haus Oberschlesien, Dr. Stephan Kaiser, teilnahm, ging es vordergründig um die Situation der Deutschen Minderheit in Oberschlesien. Es wurde die Frage aufgeworfen, wie sich die Landsmannschaft als Brücke noch stärker in dieses Thema einbringen kann.
 
„Bei allen Fortschritten nach der Wende, eins bereitet mir doch große Kopfschmerzen, und das ist der Erhalt der deutschen Sprachgemeinschaft in Oberschlesien“, brachte Bergner in seinem Statement seine größte Sorge auf den Punkt. Der Träger der Kultur sei die Sprache. Wenn man nicht mehr Anstrengungen für die Stärkung der Sprachgemeinschaft in Oberschlesien unternehme, dann drohe den Landsleuten das gleiche Schicksal, wie den Deutschen in Russland, nämlich der Verlust der Sprachbindung.
 
Das, was Bergner sicherlich in überaus deutlichen Worten ausdrückte, ist auch die Wahrnehmung der Landsmannschaft der Oberschlesier. Ihr Bundesvorsitzender Klaus Plaszczek: „Auch wir haben ähnliche Erfahrungen. Die Grundlage für die Kulturarbeit stellt die Sprache dar. Diese wiederum kann nur weitergegeben werden, wenn die Kinder der deutschen Volksgruppe zuhause und in der Schule Deutsch lernen. Wenn man sich nun vor Augen führt, dass der Aufbau von deutschen Schulen in Oberschlesien 20 Jahre nach der Wende immer noch deutlich unterausgeprägt ist, so wird das Dilemma ganz deutlich“. Nach Plaszczeks Meinung steckt im Aufbau deutscher Schulen ein Riesenpotential für die Region Oberschlesien. „Die Deutsche Minderheit ist mit ihrer deutschen Sprachkompetenz die Brücke nach Westen. Im Regionalisierungsprozess Europas ist die Sprache ein wichtiges regionales Identitätsmerkmal, das zur Mehrsprachigkeit und kultureller Vielfalt beiträgt“, so Plaszczeks Plädoyer, der hierbei auf einschlägige Gedanken und Texte der Europäischen Union verweist.
 
Dass Minderheitenpolitik Erfolge erzielen kann weiß Bergner ganz gut: „Das beste Beispiel ist das deutsch-dänische Grenzgebiet. Beide Staaten ‚pumpen’ gutes Geld u.a. in den Aufbau von Schulen und Kindergärten der jeweiligen Sprachgemeinschaft. Und ich sage Ihnen, es funktioniert hervorragend“. Das deutsch-dänische Modell als Vorbild für Oberschlesien? Nach Bergners Meinung ist es auf jeden Fall wert, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Denn die Ausgangslagen sind ähnlich. Dabei würdigte Bergner den Einsatz der Landsmannschaft für ihre Heimat. „Es ist ganz wichtig, dass sie ihre Landsleute dort unterstützen, sie brauchen ein klares Bekenntnis“, so der Staatssekretär, der von Ratingen / Düsseldorf wieder gen Berlin weiterflog. Zuvor genoss er jedoch einen Rundgang im Oberschlesischen Landesmuseum und besuchte auch das „Gedächtnis“ der Oberschlesier, das Archiv und die Bibliothek unter dem Namen Fachinformationszentrum (FIZ) der Stiftung Haus Oberschlesien.
  
Im Bild (v.l.n.r.): Leonhard von Chamier Gliszczynski (stellv. Bundesvorsitzender der Landsmannschaft), Klaus Plaszczek (Bundesvorsitzender der Landsmannschaft), Dr. Christoph Bergner MdB (Parl. Staatssekretär) im FIZ der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen Hösel

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