Kölner Bezirksvertretung verwehrt Zwirner Ehrung zum 150. Todestag Oberschlesier kritisieren Entscheidung gegen Jakobswalder Straße in Köln-Buchheim
Zu seinem 150. Todestag wurde dem oberschlesischen Architekten und Kölner Dombaumeister, Ernst Friedrich Zwirner, ausgerechnet in der Stadt Köln eine Ehrung versagt. Zwirner gilt als Vollender des Kölner Doms.
Als am Ende vergangenen Jahres eine Planstraße im Kölner Stadtteil Buchheim neu benannt werden sollte, brachte die Kölner Kreisgruppe der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V. (LdO) Jakobswalde ins Spiel. „Bereits mehrere Straßennamen des Stadtteils Buchheim tragen oberschlesische Ortsnamen, daher hätte Jakobswalde bestens gepasst. Zudem ist Jakobswalde der Ort in Oberschlesien, wo der Vollender des Kölner Doms, Ernst Friedrich Zwirner, geboren wurde“, erklärt Stephan Krüger, Vorstandsmitglied der Kölner LdO den Vorstoß.
Auch der Bundesverband der Landsmannschaft hatte das Vorhaben sofort unterstützt. „Zum 150. Todestag Zwirners wäre diese Straßenbenennung ein Stück Wertschätzung für Zwirner und seine Ostdeutsche Heimat gewesen“, erklärt Bundesvorsitzender Klaus Plaszczek. Ein Brief an die Bezirksvertretung Köln-Mülheim folgte prompt. Die Oberschlesier waren auch sofort bereit, Ein Informationsschild für das Straßennamensschild zu stiften.
Doch nach anfänglicher Einigkeit in der Politik kam es schließlich ganz anders. „Die Beschlussunterlagen waren schon entsprechend vorbereitet, da kündigte die Mehrheit in der Bezirksvertretung den Konsens kurzerhand auf und setzte sich mit einer anderen Benennung durch“, schildert Stephan Krüger den Vorgang. Dass sich der Name eines Ortsteils der Nachbarstadt Bergisch Gladbach gegenüber der Geburtsstadt eines großen Dombaumeisters durchgesetzt habe, das sei für ihn ein Unding, zumal es in der Kölner Innenstadt nur eine unscheinbare, kleine Zwirnerstraße gebe, die an den berühmten Oberschlesier erinnere.
Und so ist es keine Überraschung, dass auch der Bundesverband der Landsmannschaft der Oberschlesier etwas pikiert reagiert. Dazu Bundesvorsitzender Plaszczek: „Diese überraschende Wendung irritiert und enttäuscht nicht nur uns, sondern viele unserer Landsleute. Die Entscheidung zeigt nicht nur eine geringe Wertschätzung gegenüber Zwirner und seiner oberschlesischen Heimat, sondern auch ein fragwürdiges Verhältnis zur eigenen Stadtgeschichte“.
Auf sich beruhen lassen wollen die Oberschlesier die Entscheidung nicht. „Wir rufen die Bezirksvertretung dazu auf, Ihre Entscheidung zu überdenken“, sagen Krüger und Plaszczek. Auch wollen sie die Menschen zum Protest gegen diese Entscheidung aufrufen. Dazu solle die Möglichkeit der Eingabe gemäß § 24 Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen genutzt werden. Die Landsmannschaft bittet, in diesem Rahmen Protestnoten an den Oberbürgermeister der Stadt Köln, Jürgen Roters, Historisches Rathaus, 50667 Köln (Versehen mit dem Betreff: Eingabe gemäß § 24 GO NW) zu senden. |